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Logbuch VIII

Portugal! - Rainbow und Festival

Nach einer schönen und intensiven Zeit an Maros Strand „La Caletta“ in kleinerer Runde dieses Mal, geht die Reise weiter.

Es hatte sich bereits eine Routine entwickelt, wie zum Beispiel Sonntags auf dem Flohmarkt zu sein dort auch viele Bekannte zu treffen, einzukaufen und am Ende von vielen nicht verkauften Dingen zu profitieren, oder von Zeit zu Zeit die vielen Stufen und später die steinigen Kurven zu erklimmen um erneut unsere Trinkwasservorräte zu füllen oder Lebensmittel zu besorgen. Für alles hatten wir einen Ablauf entwickelt. Im Kern waren wir eine super Truppe und lernten zusammen viel durch das alternative Leben am Strand!


Wir verabschieden uns von Zaque, der in Kürze in Frankreich einen Job hat, und steigen zu viert in den Transporter. Marie, Agy, Philipp und ich haben uns bei Patrick eine Mitfahrgelegeinheit „erkauft“. Patrick und seine Freundin sind aus ihrem deutschen Bankrott geflohen, der große Transporter ist voll mit ihrem Haushalt. Sie möchten langfristig in Spanien oder Portugal Land erwerben und Fuß fassen und nutzen so diese Möglichkeit, sich umzusehen.

Mitten in der Nacht, nach gut 600 Kilometern Fahrt, kommen wir in Beira, Portugal an. Der kleine Ort liegt unmittelbar an der spanischen Grenze. Die Landschaft ist zauberhaft! Kleine und große, runde Felsen, umgeben von knorrigen Bäumen, ragen aus der Ebene, durch die sich kleine Pfade schlängeln.

Hier werde ich nun für einige Zeit mit den Brüdern und Schwestern vom Rainbow Gathering leben, in Harmonie und Respekt gegenseitig, und auch der Natur gegenüber, von der wir letztendlich leben. Es wird zusammen gekocht, gesungen, getanzt, Musik gemacht! Ein Farmer stellt uns sein Land für diese Zeit zur Verfügung. Und sogar eine Trinkwasserquelle wird uns zugänglich gemacht. In dem Bach, der Portugal von Spanien trennt, kann gewaschen und gebadet werden. Ein Rainbow ist gewöhnlich im Zeitraum einer Mondphase, angefangen mit einem Neumond. Um die Zeit des Vollmonds herum finden sich besonders viele Menschen ein, die Zelte um die Olivenbäume herum werden mehr und auch die Autos, die weiter entfernt parken.

Auf dem Gathering treffe ich viele liebe Menschen, relativ unerwartet auch einige Bekannte! So sehe ich einerseits Freunde aus Spanien aber ich treffe auch eine Freundin aus Deutschland wieder, die ich seit vier Jahren nicht gesehen habe! Außerdem erlebe ich eine schöne Begegnung mit Cale, ebenfalls aus Deutschland, der auch einen Blog führt: Inspiritana https://inspiritana.org Seine Berichte verfolge ich schon seit einiger Zeit und so ist es wirklich bereichernd ihn hier in Portugal anzutreffen, zumal wir schon zuvor in Kontakt standen um möglicherweise ein Treffen zu organisieren. Er schrieb vor einem Jahr ein wenig über die Begebenheiten eines Rainbow Gatherings, welche ich auch hier verlinken werde, da es ihm ganz gut gelungen ist, es in Worte zu fassen. Auch Fotos wurden auf Cales Blog bereits veröffentlich, welche eine Seltenheit darstellen, da es auf den Treffen meist unerwünscht ist. Aber seht selbst!

 


Viele der Menschen vor Ort entscheiden sich, übers Wochenende, zum Freekuency Festival, einige Kilometer weiter, zu fahren. Ich schließe mich einer Karawane an, da ich ebenfalls interessiert bin. Es ist ein immenser Kontrast, den das einfache Leben in der Natur zu dem in der Urbanisation darstellt (viele Autos, Reklamen, Überangebot im Supermarkt). Diesen Dingen war ich zwei Wochen lang nicht ausgesetzt, und wieder einmal finde ich es sehr interessant, es aus einer so anderen Perspektive wahrnehmen zu können. Angekommen auf dem Festival, bereitet mir das laute Bass-Gewummer schon Kopfschmerzen. Als auch der Kulturschock überwunden ist, finde ich Gefallen an der Massenveranstaltung. Besonders freue ich mich, auch hier, viele Freunde und bekannte Gesichter wieder zu sehen! Das war wirklich unerwartet schön.


Wie immer lerne ich neue Leute kennen und als das Festival langsam ausläuft, schließe ich mich Annika und ihrem Freund Igor an, mit dabei ist auch noch Annikas Freundin Ines. Igor ist Portugiese und die Frauen sind Deutsch. „Freddy“ der VW-Bus bringt uns geruhsam Richtung Algarve, im Süden Portugals. Noch ist das Wetter sehr wechselhaft und es regnet viel. In Lagos treffen wir auf Freunde der Mädels von denen wir unter anderem erfahren, dass es in Portugal seit gut vierzig Jahren nicht in diesen Mengen geregnet hat! Ein wenig kräftezehrend ist der Regen zwar, auch mit zusätzlich starkem Wind, doch ernsthaft problematisch wird es nicht. Mein Zelt nahm jedoch etwas Schaden, da es bereits über einige Zeit hinweg sehr strapaziert war. Glücklicherweise habe ich nun jedoch die Möglichkeit einige Tage mit im Van zu übernachten. Ines reiste wieder nach Deutschland um ihrem Studium nachzugehen. Gut eine Woche bin ich noch mit den beiden unterwegs und genieße ihre Gesellschaft sehr. Gemeinsam fahren wir zu wunderbaren Stränden und zum Start des Wochenendes finden wir uns auf der sogenannten Pizza-Party ein. Diese ist hier unter den Alternativen und Reisenden gut bekannt und bringt hunderte Menschen zum feiern und „all you can eat“ (so viel du willst) Pizza essen zusammen. Das Gelände ist interessant und zerklüftet und hält drei Bühnen mit Tanzflächen bereit. Die Musik ähnelt der des Festivals und auch hier werden die DJ's bis die Sonne wieder scheint nicht müde. Wir fahren weiter, nach Faro. Faro wirkt auf mich erstmal nach einer recht schönen Stadt, doch um mir ein genaueres Bild zu verschaffen benötige ich mehr Zeit.


Ich verabschiede mich von Annika und Igor und reise von hier aus mit Thomas und Howard aus Norwegen weiter, die wir auf dem Parkplatz kennen lernten. Am Abend stößt noch Tilo aus Österreich dazu. Die beiden haben sich vor einiger Zeit ihren geräumigen Van selber ausgebaut, mit Küche, Kühlschrank und Solarversorgung, und erkunden darin Europa. In Portugal sind sie erst seit wenigen Tagen und möchten von Tilo und mir einige Orte gezeigt bekommen. Auch Igor schrieb ihnen eine Liste mit sehenswerten Orten. So kommt sicher eine schöne Zeit auf uns zu, in der neuen Gruppe!

Zusammen fahren wir zu unglaublich schönen Orten in der Algarve, welche insgesamt nicht sehr weitläufig ist, und treffen so auch immer wieder auf schon bekannte Menschen. Ein großes Highlight ist zum Beispiel der "Hippi-Markt" in Barão de São João. Einige Strände die wir kennen lernen sind regelrechte Hotspots für Reisende, auch besonders für solche die in ihren Fahrzeugen leben. Und natürlich gibt es viele Surfer hier unten. Ich bedenke im Sommer werden sich allerdings erheblich mehr Leute hier aufhalten, die Saison läuft gerade erst an.

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Kommentare: 2
  • #1

    Lauri (Freitag, 04 Mai 2018 23:36)

    Malle ist glaube ich auch ein Hotspot für Reisende XD

    Hört sich alles nach viel Spaß an!

  • #2

    Ansgar (Montag, 07 Mai 2018 16:38)

    Du bist ja gut drauf ;)
    Zwar war ich dort noch nie, doch glaub ich fühl ich mich unter den Reisenden die ich meine wohler. ^^